#stadtentwicklung002 – was wird aus dem bahnhofsviertel?

Stadtentwicklung002

In Bahnhofsnähe haben vor wenigen Jahren zwei große Grundstücke den Besitzer gewechselt: das Areal der ehemaligen „Fettwerke Mayer“ und die Wiese hinter dem ehemaligen Gasthof Weinhäupl. Die Verkäufe hatten eigentlich hoffen lassen, dass von den neuen Eigentümern bald einmal positive Impulse zur Entwicklung des Stadtviertels ausgehen könnten. Aber ist das so? Der Grünspecht hat ein wenig recherchiert und nachgefragt.

Wenn auch der Bau des neuen Terminals nicht reibungslos über die Bühne geht (https://gruenspecht.at/beitrag/2018/11/12/verkehr012-planungsfehler-beim-busterminal), so ist nach dessen Fertigstellung doch eine Belebung des Bahnhofs zu erwarten. Das lässt die äußere Bahnhofstraße in den Focus des Beobachters rücken.

Stadtentwicklung Ried
Bild: Grünspecht

Wenn man vom imposanten Gerichtsgebäude Richtung Rieder Bahnhof spaziert, sticht einem rechter Hand zunächst einmal der bröckelnde Marmor an der Fassade der Industrieruine der ehemaligen „Fettwerke Mayer“ (EUROL) ins Auge. Die gesamte Liegenschaft des früheren Chemiebetriebes wurde im September 2016 von einer Immobilientochter der Fa. Katzlberger in Mettmach gekauft. Nun weist die Fa. Katzlberger zwar nicht unbedingt eine Historie als Immobilienentwickler auf. Das ist bei dem zu befürchtenden Zustand des rund 10.000 m2 großen Areals allerdings kein Kriterium. Viel wichtiger ist, dass die Fa. Katzlberger im Innviertel als seriöses Abbruch- und Entsorgungsunternehmen bekannt ist. Und genau diese Expertise wird nötig sein, um die Liegenschaft in einen sinnvoll bebaubaren Zustand für Immobilieninvestitionen zu bringen. Stichwort: Dringender Kontaminierungsverdacht. Allerdings wird noch einige Zeit ins Land ziehen – zumindest bis 2023: „Die Fa. Eurol unter der Geschäftsführung von Dr. Bernsteiner hat noch einen 4-Jährigen Mietvertrag. Das heißt, dass die Fa. Eurol ihre Produktion die nächsten 4 Jahre weiterhin durchführt. Was nach den 4 Jahren mit dem Areal geschieht, kann ich aus der jetzigen Situation noch nicht sagen“, beantwortete Wolfgang Katzlberger, der Geschäftsführer der Eigentümerin, die Grünspecht-Anfrage.

Wenige Schritte weiter in Richtung Bahnhof können sich zumindest die älteren Rieder noch an den legendären Stammtischbetrieb im Gasthof Weinhäupl erinnern. Die Erbengemeinschaft nach dem verstorbenen Wirt hat das mittlerweile abgerissene Gasthaus und die knapp 13.000 m2 m große Wiese im Dezember 2015 verkauft. An die Innviertler Lagerhausgenossenschaft. Und diese wird wohl darauf eher keine Getreidespeicher oder Silos errichten – darf zumindest spekuliert werden. Mehr als spekulieren kann man auch nicht – eine Anfrage des Grünspecht bei der Lagerhausgenossenschaft über ihre Pläne mit dem Grundstück blieb unbeantwortet.

Warum dieses Thema öffentlich interessant ist? Was auf insgesamt 23.000 m2 Grund geplant und gebaut wird, hat Auswirkungen über das Stadtviertel rund um den Bahnhof hinaus. Zum Vergleich: Das gesamte Weberzeilen-Areal umfasst knapp 20.000 m2. Zu wichtig also, als dass sich die Stadt nicht aktiv für die nachhaltige Entwicklung der beiden Areale einsetzt!