{"id":661,"date":"2019-07-11T10:16:15","date_gmt":"2019-07-11T08:16:15","guid":{"rendered":"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/?p=661"},"modified":"2019-07-11T10:16:53","modified_gmt":"2019-07-11T08:16:53","slug":"stadtentwicklung007-cima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/2019\/07\/11\/stadtentwicklung007-cima\/","title":{"rendered":"#stadtentwicklung007-CIMA"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-662\" src=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stadtentwicklung-007.0.jpeg\" alt=\"Stadtentwicklung-CIMA\" width=\"850\" height=\"531\" srcset=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stadtentwicklung-007.0.jpeg 850w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stadtentwicklung-007.0-300x187.jpeg 300w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stadtentwicklung-007.0-768x480.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/p>\n<p><strong>1)\u00a0 Ausgangslage:<\/strong><br \/>\nDie Studie \u201eZukunft Innenstadt Ried\u201c kn\u00fcpft an das bestehende Stadt- &amp; Standortmarketing an. W\u00e4hrend sich die Aufgaben der ARGE Stadtmarketing jedoch vornehmlich auf die ebenerdigen Angebotszonen konzentrieren, wird die vorliegende Studie um eine wesentliche Komponente erweitert: die Untersuchung der Nutzungen in den Obergeschossen.<\/p>\n<p>Erstmals wurde fl\u00e4chendeckend im innerst\u00e4dtischen Bereich erhoben, welche und ob \u00fcberhaupt Nutzungen in den Obergeschossen vorliegen. Differenziert nach Etagen konnte somit ein Nutzungskataster erstellt werden, der Aufschluss \u00fcber weitere Verwertungsm\u00f6glichkeiten gibt, sofern Potentiale vorhanden sind. Aus diesem Grund kann die Studie durchaus als Pilot-Projekt f\u00fcr innerst\u00e4dtische Immobilienentwicklung bezeichnet werden, nachdem sowohl dezidiert Obergeschosse behandelt als auch daraus resultierende Ma\u00dfnahmen aufgezeigt werden. Diese sind wiederum konkrete Handlungsans\u00e4tze vor allem f\u00fcr die Stadtgemeinde und mit ihr in Verbindung stehende Institutionen (Bsp. Stadtmarketing).<!--more--><\/p>\n<figure id=\"attachment_663\" aria-describedby=\"caption-attachment-663\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-663\" src=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stadtentwicklung007.2.jpeg\" alt=\"Leerstand-Gesch\u00e4fte\" width=\"850\" height=\"350\" srcset=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stadtentwicklung007.2.jpeg 850w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stadtentwicklung007.2-300x124.jpeg 300w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2019\/07\/stadtentwicklung007.2-768x316.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-663\" class=\"wp-caption-text\">Bild: Gr\u00fcnspecht<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>2)\u00a0 Hauseigent\u00fcmer-Befragung:<\/strong><br \/>\nEin zentraler Punkt der Studie ist eine Hauseigent\u00fcmer-Befragung anhand einem standardisiertem Fragebogen. Dieser wurden an alle Hauseigent\u00fcmer im Untersuchungsgebiet (294 Eigent\u00fcmer mit 373 Immobilien) ausgesandt, woraufhin eine hohe R\u00fccklaufquote (77 Frageb\u00f6gen) erzielt werden konnte.<\/p>\n<p>Wesentliche Erkenntnisse der Befragung sind die Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr Leerstand. Am h\u00e4ufigsten genannt wurden: keine Nachfrage, zu wenig Frequenz, fehlende Parkpl\u00e4tze, schlechter Zustand. Gleichzeitig wurde erfragt, was f\u00fcr die Besitzer Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr fehlende Investitionen sind:<br \/>\nfehlende Rendite (59 %), keine Investitionen, keine Zukunft, keine M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>In Verkn\u00fcpfung mit der Wohnbauentwicklung, die in den letzten 10 Jahren die Schaffung von 863 neuer Wohneinheiten, gleichzeitig aber \u201enur\u201c 142 Umbauten verzeichnet, lassen sich folgende R\u00fcckschl\u00fcsse ziehen:<br \/>\nViele der Innenstadt-Hausbesitzer verf\u00fcgen weder \u00fcber die fachlichen Kenntnisse noch \u00fcber ausreichende finanzielle Mittel, ihre Immobilien zeitgerecht zu sanieren \u2013 unabh\u00e4ngig ob zum Zweck des Wohnbaus oder Adaptierung von Gesch\u00e4ftsfl\u00e4chen. Zugleich besteht eine latente Wahrnehmung der Eigent\u00fcmer, dass die Benachteiligung gegen\u00fcber Umbauten im innerst\u00e4dtischen Bereich weitaus gr\u00f6\u00dfer ist als bei Neubauten am Stadtrand. Dies betrifft die Widmung, die Kosten f\u00fcr Bauplatzeinreichungen, etc. Hier ist das st\u00e4dtische Bauamt gefragt, den Hauseigent\u00fcmern bei solchen vermeintlich abschreckenden Hemmnissen entgegenzukommen und ihnen von Grund auf als Ansprechpartner zur Seite zu stehen (Ansprechpartner-Funktion).<\/p>\n<p><strong>3)\u00a0 Nutzungskartierung:<\/strong><br \/>\nIn den Erdgeschoss-Lagen wurden 266 Objekte mit 318 Einheiten eruiert; davon stehen 69 Einheiten leer (22 %). Die Problemzonen finden sich am Ro\u00dfmarkt (ehem. Meissl) und am Hauptplatz. Laut Leerfl\u00e4chen-Erhebung vom M\u00e4rz 2019, die jedoch ein geringf\u00fcgig kleineres Untersuchungsgebiet und eine st\u00e4rkere Differenzierung nach Marktf\u00e4higkeit vorsieht, wurden 38 leerstehende Gesch\u00e4ftslokale ausfindig gemacht. Deutlich erkennbar ist, dass 3 der gr\u00f6\u00dften Leerfl\u00e4chen am Hauptplatz ca. 3.000 m\u00b2 ausmachen und zugleich die 5 gr\u00f6\u00dften leerstehenden Gesch\u00e4fte f\u00fcr die H\u00e4lfte der gesamten innerst\u00e4dtischen Leerfl\u00e4chen verantwortlich sind. Die restliche Leerfl\u00e4chen-Struktur ist sehr kleinteilig mit 17 Lokalen unter 100 m\u00b2.<br \/>\nDie Problemzone Hoher Markt, wie sie 2018 ausgemacht wurde, konnte zwischenzeitlich durch die Ansiedlung eines Friseurgesch\u00e4ftes (ab April) und die Umsiedlung von APT Pooltechnik (StadtUp Gewinner) von Aurolzm\u00fcnster nach Ried entsch\u00e4rft werden.<\/p>\n<p>In den Obergeschossen wurden im Zuge der Studie 263 Objekte ausgemacht, wovon sich in 36 % (94 Einheiten) zumindest ein teilweiser Leerstand findet. Aufgrund der vorhandenen Erhebungsdaten (Stand 07\/2018) kann nicht eindeutig festgelegt werden, wie viele Einwohner durch die Adaptierung des Leerstands in den Obergeschossen zus\u00e4tzlich angesiedelt werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die Erhebung des Leerstandes in den Obergeschossen beruht auf Aussagen der Eigent\u00fcmer (Fragebogen), Begehungen, Einsch\u00e4tzungen, Auswertung der Meldedaten. Nachdem der Zugang zu den Privath\u00e4usern nicht in jedem einzelnen Objekt gew\u00e4hrleistet werden konnte, war auch eine Erhebung der genauen Anzahl der leerstehenden Wohneinheiten nicht m\u00f6glich. Demzufolge kann nur eine Aussage \u00fcber Leerst\u00e4nde je Geschoss getroffen werden.<\/p>\n<p>Basierend auf den Erhebungen kann aber eingesch\u00e4tzt werden, dass ca. 100 Einheiten der Wohnnutzung zugef\u00fchrt werden k\u00f6nnten. Um eine eindeutige Aussage zu treffen, m\u00fcsste eine detailliertere Erhebung inklusive Erfassung des Wohnungszustandes erfolgen.<\/p>\n<p><strong>Fazit:\u00a0<\/strong> Ried bietet als traditionelle Handelsstadt eine hohe Handelsnutzung in den Erdgeschosszonen (51 % der Einheiten). Die in den EG-Zonen vorhandene Gastronomie mit 13 % und Dienstleistung mit 4 % sind vergleichsweise unterrepr\u00e4sentiert. Resultierend aus der Handelsnutzung besteht eine entsprechende bauliche Struktur der Innenstadth\u00e4user, die eine Nachnutzung in Form anderweitiger Konzepte erschwerlich macht. Sowohl f\u00fcr die Immobilienbesitzer als auch f\u00fcr potentielle Interessenten sollten bessere Anreize f\u00fcr Investitionen geschaffen werden. Selbstverst\u00e4ndlich gilt dies auch f\u00fcr die Adaptierung derzeit leerstehender Obergeschosse, in denen neue (Klein)Wohnungen entstehen k\u00f6nnten. Denn sobald die Obergeschosse bewohnt sind, erh\u00f6ht sich die Frequenz in der Innenstadt, Geb\u00e4ude werden genutzt und nicht dem Verfall freigegeben, Eigent\u00fcmer generieren Mieteinnahmen, die Bewohner profitieren von der Stadt der kurzen Wege und sind prim\u00e4re Konsumenten des innerst\u00e4dtischen Angebotes im Handel, der Gastronomie und dem Dienstleistungssektor. Daraus resultiert eine Aufw\u00e4rtsspirale, denn durch die gestiegene Frequenz erh\u00f6ht sich die Attraktivit\u00e4t des Standortes Innenstadt f\u00fcr Betriebe, die wiederum die Erdgeschoss-Zonen f\u00fcllen und den Wert der Immobilien erneut steigern.<\/p>\n<p><strong>4)\u00a0 Analyse der Begegnungszone:<\/strong><br \/>\nEin wesentlicher Faktor in der innerst\u00e4dtischen Entwicklung der letzten Jahre ist die Installierung der Begegnungszone, die eine ansprechende Verbindung zwischen der 2015 er\u00f6ffneten Weberzeile und der Kern-Innenstadt schafft. Im Zuge der Studie wurde die Begegnungszone ebenfalls untersucht und Verbesserungsvorschl\u00e4ge unterbreitet.<\/p>\n<p>Als positiv erachtet wurden die Einheitlichkeit des Pflasters sowie der Spielstationen und Sitzgelegenheiten. Negativ hingegen fiel auf, dass sie in manchen Teilen zu statisch und nicht einladend (zu wenig Gr\u00fcn, mangelnde Wasserstellen) wirkt. Zudem wurde subjektiv die zu hohe Geschwindigkeit des MIV wahrgenommen; ebenso wie Engstellen, an denen das \u00dcberqueren der<\/p>\n<p>Stra\u00dfe f\u00fcr den Fu\u00dfg\u00e4ngerverkehr erschwert wird. In dieser Hinsicht wurden seitens der Stadtgemeinde bis dato keine Ma\u00dfnahmen gesetzt.<\/p>\n<p>Mit Stand M\u00e4rz 2019 ist, resultierend aus der Analyse, seitens des Stadtrates eine Begr\u00fcnung des unteren Hauptplatzes mittels Pflanztr\u00f6gen bzw. gr\u00f6\u00dferen B\u00e4umen beschlossen worden. Die Umsetzung dieser Attraktivierungsma\u00dfnahme soll bis Mai 2019 erfolgen.<\/p>\n<p><strong>5) Handlungsempfehlungen:<\/strong><br \/>\nBasierend auf einer Erhebung der cima aus dem Jahr 2018 konnte konkreter Bedarf eines boarding houses ausgemacht werden. Denn zahlreiche Rieder Unternehmen besch\u00e4ftigen internationale Fachkr\u00e4fte, die zeitweise in Ried oder Umgebung untergebracht werden m\u00fcssen. Hier besteht ein Ankn\u00fcpfungspunkt mit dem zust\u00e4ndigen Bauamt, geeignete Fl\u00e4chen auszuloten, die mitunter durch Zusammenlegung mehrerer Geb\u00e4ude erzielt werden k\u00f6nnen, sowie geeignete Dauerparkpl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Im Zuge der genannten good-practice-Beispiele f\u00fcr die Nutzung sog. Leitimmobilien (u.a. Gr\u00fcnderzentrum, Spielhaus, pop-up-Konzept) ist die M\u00f6glichkeit anzudenken, dass eine st\u00e4dtische Immobiliengesellschaft prim\u00e4r f\u00fcr die Verwertung gr\u00f6\u00dferer Geb\u00e4udeeinheiten zust\u00e4ndig sein kann. Dieses Vorhaben manifestierte sich beim abschlie\u00dfenden Fach-Workshop unter Beteiligung diverser innerst\u00e4dtischer Interessenstr\u00e4ger.<\/p>\n<p><strong>6)\u00a0 R\u00fcckblick 2018,\u00a0 Ausblick 2019<\/strong><br \/>\nVor allem das StadtUp Ried-Projekt 2017 setzte eine positive Dynamisierung der Innenstadt in Gang. So konnten im Jahr 2018 insgesamt 22 Gesch\u00e4ftser\u00f6ffnungen (ebenerdig) aus den Bereichen Handel, Gastronomie und Handwerk begleitet werden. Auch wenn diese Er\u00f6ffnungen nicht allein auf StadtUp zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, haben sie dennoch eine gro\u00dfe Bewegung ausgel\u00f6st, die sowohl die Hauseigent\u00fcmer (Anpassung bislang \u00fcberh\u00f6hter Mietf\u00f6rderungen) als auch Gr\u00fcnder (Vertrauen in den Standort) betrifft. Zudem haben dauerhafte Ma\u00dfnahmen wie die Feinschmeckerei am Ro\u00dfmarkt bewirkt, dass die Innenstadt bzw. Teile davon pr\u00e4senter, frequenzst\u00e4rker und belebter wahrgenommen werden.<\/p>\n<p>Aufgrund des sichtbaren und messbaren Erfolges von StadtUp Ried im Jahr 2017, ist f\u00fcr 2019 eine adaptierte Auflage von StadtUp geplant. Das ab Juni startende Projekt soll den Fokus auf neue Gastronomie-Konzepte legen, wobei auch Handels- und Dienstleistungskonzepte zul\u00e4ssig sind. Wie bereits 2017 werden lokale Projektpartner eingebunden und stellen den Bewerbern diverse Leistungen zur Entwicklung einer nachhaltigen Gesch\u00e4ftsidee zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>In Zuge des Projekts kann die Stadtgemeinde Ried umso st\u00e4rker eingebunden werden. Dies kann \u00fcber Zur Verf\u00fcgung Stellung von planerischen Beratungsleistungen bis hin zu Subventionierung von handwerklichen T\u00e4tigkeiten bei notwendigen Umbauten reichen.<\/p>\n<p>Am Beispiel Trofaiach l\u00e4sst sich eine enge Zusammenarbeit zwischen Stadtgemeinde, Planern, Zust\u00e4ndigen des Ortsmarketings sowie Immobilien-Eigent\u00fcmern darstellen. Hierbei werden n\u00e4mlich m\u00f6gliche Nutzungskonzepte in mehreren Begehungen und Workshops gemeinsam mit einem Baumeister, dem Stadtbauamt sowie dem Eigent\u00fcmer ausgemacht und letzterem konkrete Verwertungsm\u00f6glichkeit seiner Immobilie aufgezeigt. So ein Verfahren ist auch in Ried, speziell f\u00fcr die Adaptierung leerstehender Obergeschosse, denkbar und kann ggf. durch das StadtUp-Projekt abgedeckt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1)\u00a0 Ausgangslage: Die Studie \u201eZukunft Innenstadt Ried\u201c kn\u00fcpft an das bestehende Stadt- &amp; Standortmarketing an. W\u00e4hrend sich die Aufgaben der ARGE Stadtmarketing jedoch vornehmlich auf die ebenerdigen Angebotszonen konzentrieren, wird die vorliegende Studie um eine wesentliche Komponente erweitert: die Untersuchung der Nutzungen in den Obergeschossen. 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