{"id":366,"date":"2018-10-30T15:44:57","date_gmt":"2018-10-30T14:44:57","guid":{"rendered":"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/?p=366"},"modified":"2018-10-30T16:00:39","modified_gmt":"2018-10-30T15:00:39","slug":"verkehr008-elterntaxi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/2018\/10\/30\/verkehr008-elterntaxi\/","title":{"rendered":"#verkehr008-elterntaxi"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-377\" src=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2018\/10\/elterntaxi1.01.jpg\" alt=\"Elterntaxi\" width=\"850\" height=\"530\" srcset=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2018\/10\/elterntaxi1.01.jpg 850w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2018\/10\/elterntaxi1.01-300x187.jpg 300w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2018\/10\/elterntaxi1.01-768x479.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/p>\n<h2>In \u00d6sterreich werden immer mehr Kinder mit dem Auto in die Schule gebracht. Dies f\u00fchrt vor vielen Schulen und Kinderg\u00e4rten zu einem Verkehrschaos.<\/h2>\n<p>Viertel nach Sieben bis halb acht Uhr. Rund um \u00d6sterreichs Schulen, auch in Ried im Innkreis, bewegen sich wahre Blechlawinen. Es wird eng und ungem\u00fctlich: Fahrzeuge halten gleichzeitig in zweiter Spur, auch auf der Gegenfahrbahn, hektisch schl\u00e4ngeln sich Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in wahren Abgaswolken zwischen den Autos durch und versuchen, nicht unter die R\u00e4der zu kommen.<!--more--><\/p>\n<figure id=\"attachment_368\" aria-describedby=\"caption-attachment-368\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-368\" src=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2018\/10\/elterntaxi1.1.jpg\" alt=\"Elterntaxi\" width=\"850\" height=\"502\" srcset=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2018\/10\/elterntaxi1.1.jpg 850w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2018\/10\/elterntaxi1.1-300x177.jpg 300w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2018\/10\/elterntaxi1.1-768x454.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-368\" class=\"wp-caption-text\">Bild: Gr\u00fcnspecht<\/figcaption><\/figure>\n<p>Besetzt mit einem Elternteil und einem Kind blockieren die Fahrzeuge die Stra\u00dfen, bis sich ebendieses Kind auf den Schulweg macht. Dieser ist dann zehn Meter weit.<\/p>\n<p>Dieses Chaos-Spiel wiederholt sich nat\u00fcrlich um die Mittagszeit, wenn der Schulunterricht vorbei ist.<\/p>\n<p>Viele Eltern argumentieren die Notwendigkeit der Autofahrt mit Sagern wie: \u201eWir k\u00f6nnen doch unser Kind nicht irgendwo aussteigen lassen\u201c, \u201eIch habe keine Zeit, mit meinem Kind in die Schule zu gehen\u201c, \u201e\u00d6ffentlich dauert das viel zu lange\u201c, usw.<\/p>\n<p>Die Folgen dieser Handlungen sind mehrschichtig. Zuallererst sei hier die kindliche Entwicklung genannt. Der zu Fu\u00df zur\u00fcckgelegte Schulweg ist ein wertvoller und aufregender Erfahrungsraum f\u00fcr Abenteuer und soziale Kontakte, die unsere Kinder heutzutage leider nur mehr aus Klassikern wie \u201eDie Kinder von Bullerb\u00fc\u201c von Astrid Lindgren kennen. Nicht umsonst erlernen wir zwei Drittel unserer F\u00e4higkeiten au\u00dferhalb von Bildungseinrichtungen. Beim Marsch zur Schule bzw. am Heimweg tauscht man sich mit den Schulkolleg\/-innen aus, beobachtet man Schmetterlinge oder sammelt Kastanien und erlebt unmittelbar Natur in der Abfolge der Jahreszeiten. Wind, Regen, Sonne, Schnee nicht nur vom Autofenster aus zu sehen, f\u00fchrt zu Bewusstseinsbildung von Kindesbeinen an.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Diskussion um die t\u00e4gliche Turnstunde sei kurz darauf hingewiesen, dass allein durch einen zu Fu\u00df oder per Rad zur\u00fcckgelegten Schulweg viele der Effekte, die man durch diese Aktion erreichen will, bereits einfach und kostenlos abgedeckt sind.<\/p>\n<p>Zum anderen f\u00fchrt das wenig vorbildhafte Verhalten der Elterntaxis zu Stau und Stress vor Schulbeginn und nach Schulende.<\/p>\n<p>Vor allem auf kommunalpolitischer Eben stellt sich die Politik die Frage, wie mit diesem Problem aus verkehrstechnischer Sicht umzugehen ist.<\/p>\n<p>Im Rahmen dieser \u00dcberlegungen sind einige L\u00f6sungsans\u00e4tze vorhanden:<\/p>\n<p>Der erste setzt bei den Eltern selbst an und sollte eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit sein: Das \u00dcben des Weges zur Schule, einhergehend mit der Erkl\u00e4rung der Regeln im \u00f6ffentlichen Verkehrsraum.<\/p>\n<p>Zweitens, das Einf\u00fchren von Schulstra\u00dfen. In Bozen gibt es diese seit mehr als zwanzig Jahren und die Anzahl der auf dem Schulweg verletzten Kinder ist seitdem um die H\u00e4lfte gesunken. In diese Richtung wird auch in \u00d6sterreich gedacht. So gibt es in Wien und Salzburg Pilotversuche, die dieses Konzept \u00fcbertragen wollen. Gesperrt wird hierbei die Stra\u00dfe vor der betroffenen Schule in einem Zeitraum von einer halben Stunde vor Schulbeginn bzw. nach Schulende.<\/p>\n<p>Drittens, sogenannte \u201eKiss &amp; Go\u201c- Zonen in Schuln\u00e4he, die durch eine Verordnung mit Verkehrszeichen und Bodenmarkierung gekennzeichnet sind.<\/p>\n<p>Viertens, eine vorausschauende Verkehrsplanung in den Gemeinden und St\u00e4dten mit einer Priori-t\u00e4tssetzung auf sichere Geh- und Radwege. Denn nach bestandener Radpr\u00fcfung k\u00f6nnen Kinder ab dem 10. Lebensjahr mit dem Fahrrad zur Schule fahren.<\/p>\n<p>F\u00fcnftens, Bewusstseinsbildung, wie z.B. der Pedibus. Hier gehen Kinder in Begleitung von \u00e4lteren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern oder Erwachsenen gemeinsam zu Fu\u00df zur Schule.<\/p>\n<p>Hinweisen m\u00f6chte ich in diesem Zusammenhang auf die Link-Tipps.<br \/>\nDer Projektbericht Lernwelt Schulweg besch\u00e4ftigt sich eingehend mit der Kreativit\u00e4t im Zusammenhang mit Schulwegen.<\/p>\n<p>Der VC\u00d6-Link Sicherer Schulweg gibt einen kurzen \u00dcberblick zum Thema.<br \/>\nDas Land Vorarlberg, der Landesschulrat f\u00fcr Vorarlberg, die Stadt Bregenz, Sicheres Vorarlberg und das Mobilit\u00e4tsmanagement plan b startete 2017\/2018 mit einem Projekt f\u00fcr einen sicheren Schulweg. Auf der Homepage finden sich einige interessante Tipps zum Thema.<\/p>\n<p>Link-Tipps:<br \/>\nProjektbericht: <a href=\"https:\/\/static.uni-graz.at\/fileadmin\/urbi-institute\/Erziehungs-Bildungswissenschaft\/Angewandte_LW\/Texte\/Projektbericht_Lernwelt_Schulweg.pdf\">Lernwelt Schulweg Projektbericht; Rudolf Egger &amp; Sandra Hummel<\/a><\/p>\n<p>VC\u00d6: <a href=\"https:\/\/www.vcoe.at\/service\/fragen-und-antworten\/sicherer-schulweg\">Sicherer Schulweg<\/a><\/p>\n<p>Verkehrserziehung Vorarlberg: <a href=\"https:\/\/verkehrserziehung.vobs.at\/schulweg\/\">Verkehrserziehung Vorarlberg<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In \u00d6sterreich werden immer mehr Kinder mit dem Auto in die Schule gebracht. Dies f\u00fchrt vor vielen Schulen und Kinderg\u00e4rten zu einem Verkehrschaos. Viertel nach Sieben bis halb acht Uhr. Rund um \u00d6sterreichs Schulen, auch in Ried im Innkreis, bewegen sich wahre Blechlawinen. 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