{"id":2575,"date":"2025-12-10T17:37:58","date_gmt":"2025-12-10T16:37:58","guid":{"rendered":"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/?p=2575"},"modified":"2025-12-18T15:37:39","modified_gmt":"2025-12-18T14:37:39","slug":"verkehr-011-bahnhof-ried","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/2025\/12\/10\/verkehr-011-bahnhof-ried\/","title":{"rendered":"#verkehr-011-bahnhof-ried"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"531\" src=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/stellwerk-1-stellwerkstechnik.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2606\" srcset=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/stellwerk-1-stellwerkstechnik.png 850w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/stellwerk-1-stellwerkstechnik-300x187.png 300w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/stellwerk-1-stellwerkstechnik-768x480.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">W\u00e4hrend Bahnsteige und Gleise modernisiert werden, entstand und entsteht im Hintergrund eine Hochleistungsinfrastruktur, die v\u00f6llig neue Fahrzeiten erm\u00f6glicht. So l\u00e4sst sich Wien von Ried und Braunau \u2013 mit nur einem Umstieg \u2013 in rund 2,5 bzw. 3 Stunden erreichen, bei Zuggeschwindigkeiten von bis zu 230 km\/h. Doch wie ist das \u00fcberhaupt m\u00f6glich?<\/h2>\n\n\n\n<p>Neben dem Ausbau der Strecke spielt vor allem die technologische Entwicklung der \u00d6BB eine zentrale Rolle. Moderne, rechnerbasierte Stellwerkstechnik ersetzte \u00e4ltere mechanische, elektromechanische und Relaisstellwerke. Das schaffte die Grundlage f\u00fcr schnellere, dichtere und sicherere Zugfahrten. Gleichzeitig erfordert die Zugsicherung bei Geschwindigkeiten von 200 km\/h und dar\u00fcber hinaus hochpr\u00e4zise, digitale Systeme, die jede Bewegung des Zuges \u00fcberwachen und steuern.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Artikel in zwei Teilen beleuchtet, welche technischen Voraussetzungen notwendig sind, wie sich die Stellwerkstechnik entwickelt hat und welche Zugsicherungssysteme den Hochgeschwindigkeitsverkehr in \u00d6sterreich m\u00f6glich machen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong> Die neue Stellwerkstechnik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Ausgangssituation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ende der 1980er-Jahre standen die \u00d6BB vor gro\u00dfen technischen und organisatorischen Herausforderungen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die vorhandenen Stellwerkstechniken (mechanisch, elektromechanisch, Relaistechnik) waren wartungsintensiv und technisch ausgereizt.<\/li>\n\n\n\n<li>Der steigende Bahnverkehr \u2013 besonders auf Hauptstrecken \u2013 verlangte nach leistungsf\u00e4higeren Sicherungssystemen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Liberalisierung des Bahnverkehrs k\u00fcndigte sich an: mehrere Betreiber, flexiblere Fahrpl\u00e4ne, mehr Zugbewegungen.<\/li>\n\n\n\n<li>Daf\u00fcr ben\u00f6tigten die \u00d6BB ein sicheres, modernes und vor allem zentral steuerbares Stellwerkssystem.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"588\" height=\"568\" src=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/Elektra-5_1.2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2577\" style=\"aspect-ratio:1.3333333333333333;object-fit:cover;width:329px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/Elektra-5_1.2.jpg 588w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/Elektra-5_1.2-300x290.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 588px) 100vw, 588px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">\u00d6sterreichisches Stellwerk Bauart 5007 &#8211; <\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Aus diesen Gr\u00fcnden begann eine intensive Zusammenarbeit zwischen \u00d6BB und SEL\/Alcatel, die zur Entwicklung des elektronischen Stellwerks <strong>ELEKTRA<\/strong> f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>2. Entwicklung des Stellwerks ELEKTRA (ab 1987)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1987 begann die Entwicklung eines vollst\u00e4ndig rechnerbasierten Stellwerks mit hoher Verf\u00fcgbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>ELEKTRA vereinte Fahrstra\u00dfenpr\u00fcfung, Signal- und Weichensteuerung sowie eine moderne grafische Bedienoberfl\u00e4che.<\/li>\n\n\n\n<li>Das System wurde von Beginn an so ausgelegt, dass es nicht nur lokal, sondern auch <strong>in \u00fcbergeordnete Betriebsf\u00fchrungszentralen<\/strong> integriert werden kann \u2013 eine wichtige Grundlage f\u00fcr die sp\u00e4tere Zentralisierung der Betriebsf\u00fchrung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>ELEKTRA wurde von SEL\/Alcatel zur Serienreife gebracht und galt laut parlamentarischen Unterlagen als \u201eProdukt \u00f6sterreichischer Ingenieurarbeit\u201c und als technologisch f\u00fchrend in Europa.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>3. Prototyp Neumarkt-Kallham und Testphase<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Bahnhof <strong>Neumarkt-Kallham<\/strong> wurde f\u00fcr das erste \u00f6sterreichische Prototyp-Stellwerk nach dem ELEKTRA-Prinzip ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"954\" src=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/Stellwerk-2-1024x954.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2582\" style=\"aspect-ratio:4\/3;object-fit:cover;width:269px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/Stellwerk-2-1024x954.png 1024w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/Stellwerk-2-300x279.png 300w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/Stellwerk-2-768x715.png 768w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/Stellwerk-2.png 1047w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Inbetriebnahme: <strong>Dezember 1989<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li>Einsatz als umfassendes Testfeld f\u00fcr Hardware, Software, Bedienoberfl\u00e4che und sicherheitsrelevante Komponenten.<\/li>\n\n\n\n<li>Mehrmonatige Test- und Optimierungsphase unter realen Betriebsbedingungen:\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Pr\u00fcfung der Fahrstra\u00dfenlogik<\/li>\n\n\n\n<li>Tests der Redundanz<\/li>\n\n\n\n<li>Langzeittests und Stabilit\u00e4tsanalysen<\/li>\n\n\n\n<li>Evaluierung der grafischen Bedienoberfl\u00e4che<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die positiven Ergebnisse boten die Grundlage f\u00fcr die sp\u00e4tere Serienausstattung.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Aufbau des Arbeitsplatzes:<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Der Arbeitsplatz des Fahrdienstleiters besteht im wesentlichen aus einem Farbmonitor, der einerseits der Darstellung des aktuellen Betriebszustandes des Stellwerkes dient und \u00fcber den anderseits die Bedienung der Anlage mittels eines Lichtstiftes oder Maus erfolgt.<\/em><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2370\" height=\"1977\" src=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/Elektra-5_1.1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2579\" style=\"aspect-ratio:4\/3;object-fit:cover;width:418px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/Elektra-5_1.1.jpg 2370w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/Elektra-5_1.1-300x250.jpg 300w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/Elektra-5_1.1-1024x854.jpg 1024w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/Elektra-5_1.1-768x641.jpg 768w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/Elektra-5_1.1-1536x1281.jpg 1536w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/Elektra-5_1.1-2048x1708.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Foto: Walter Oberwagner<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>Auf dem Monitor werden die Elemente der Au\u00dfenanlage \u2013 etwa Weichen, Signale, Gleisabschnitte oder Eisenbahnkreuzungen \u2013 in ihrer realen geografischen Lage durch semigrafische Symbole dargestellt<\/em> <em>(Gleisbilddarstellung). Form und Farbe dieser Symbole zeigen den jeweiligen Betriebszustand an. Die Symbole wurden so gestaltet, dass sie sowohl den speziellen Anforderungen der Meldebilder von Sicherungsanlagen entsprechen als auch eine intuitive, leicht verst\u00e4ndliche Darstellung erm\u00f6glichen \u2013 etwa ein roter Balken f\u00fcr ein Halt zeigendes Signal oder ein gr\u00fcner Pfeil f\u00fcr ein frei zeigendes Signal.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Soll der Fahrdienstleiter eine Bedienhandlung ausf\u00fchren, dient das dargestellte Meldebild als Grundlage f\u00fcr die geografisch zugeordnete Eingabe mit Lichtstift bzw. Maus. Dabei werden die relevanten Symbole in einer bestimmten Reihenfolge ausgew\u00e4hlt. Die Bedienprozeduren entsprechen dabei weitgehend jenen, die von herk\u00f6mmlichen Gleisbildstellwerken bekannt sind.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Ein Beispiel f\u00fcr die Einfachheit der Eingabe ist die Einstellung einer Zugstra\u00dfe:<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Aufsetzen des Lichtstifts\/Mauszeigers auf das Symbol des Startsignals<\/em><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Aufsetzen auf das Symbol des Zielsignals<\/em><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Auswahl der gew\u00fcnschten Fahrstra\u00dfenart (Zug- oder Verschubstra\u00dfe) aus der nun eingeblendeten Men\u00fcleiste \u2013 in diesem Fall \u201eZ<\/em>\u201c<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><em>Nach dieser Eingabe f\u00fchrt das Stellwerk die erforderlichen Schritte weitgehend automatisch aus. Bei der Einstellung einer Zugstra\u00dfe erfolgen unter anderem folgende Vorg\u00e4nge selbstt\u00e4tig:<\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Pr\u00fcfung der Zul\u00e4ssigkeit der Fahrstra\u00dfeneinstellung<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Automatisches Umstellen der erforderlichen Weichen<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Abgrenzung des Fahrwegs gegen gef\u00e4hrdende Flankenfahrten<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Pr\u00fcfung der Freimeldung aller Gleisabschnitte im Fahrweg<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>Freistellen der erforderlichen Signale<\/em><\/li>\n\n\n\n<li><em>\u00dcberwachung aller Bedingungen, die f\u00fcr die Aufrechterhaltung der Signalfreihaltung notwendig sind<\/em><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>4. Parallelversuch: Prototyp G\u00e4nserndorf (Siemens SMC 86)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Parallel zu ELEKTRA wurde in <strong>G\u00e4nserndorf<\/strong> ein weiteres elektronisches Stellwerk \u2013 das <strong>Siemens SMC 86<\/strong> \u2013 getestet.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die \u00d6BB f\u00fchrten dadurch einen systematischen Technologievergleich durch.<\/li>\n\n\n\n<li>Ziel war die Auswahl jener Architektur, die langfristig die h\u00f6chsten Anforderungen an Betrieb und Sicherheit erf\u00fcllt.<\/li>\n\n\n\n<li>Siemens blieb auch sp\u00e4ter ein relevanter Anbieter im \u00f6sterreichischen Stellwerksmarkt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>5. Industriepartner: Alcatel\/Thales und Siemens<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>5.1 Alcatel \u2192 Thales<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>SEL\/Alcatel entwickelte das ELEKTRA-System und begleitete die \u00d6BB \u00fcber Jahrzehnte bei Weiterentwicklung und Ausbau.<\/li>\n\n\n\n<li>Durch Konzern\u00fcbernahmen ging der Bereich sp\u00e4ter an <strong>Thales<\/strong>, das die Technologie fortf\u00fchrte und modernisierte.<\/li>\n\n\n\n<li>Thales arbeitet bis heute eng mit den \u00d6BB zusammen, u. a. bei digitalen Stellwerken und cloudbasierten L\u00f6sungen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>5.2 Siemens<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Siemens entwickelte das parallele SMC-86-System, das in G\u00e4nserndorf getestet wurde.<\/li>\n\n\n\n<li>Siemens-Systeme kommen bis heute in \u00d6sterreich erg\u00e4nzend zu ELEKTRA zum Einsatz<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>6. Serienausbau der ESTW in den 1990er Jahren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus den Erkenntnissen der Pilotphase entstanden ab den fr\u00fchen 1990er-Jahren die ersten serienreifen ELEKTRA-Stellwerke:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Verfeinerte Software und Redundanzkonzepte<\/li>\n\n\n\n<li>Einheitliche Bedienoberfl\u00e4che (EBO)<\/li>\n\n\n\n<li>Einbindung von Au\u00dfenanlagen (Weichen, Signale, Achsz\u00e4hler)<\/li>\n\n\n\n<li>Schrittweise Ausr\u00fcstung wichtiger Bahnh\u00f6fe und Hauptstrecken<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>7. Die Betriebsf\u00fchrungszentrale (BFZ) Linz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"850\" height=\"446\" src=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/BFZ.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2603\" style=\"aspect-ratio:16\/9;object-fit:cover\" srcset=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/BFZ.jpg 850w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/BFZ-300x157.jpg 300w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/BFZ-768x403.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em> <\/em> \u00a9\u00a9 \u00d6BB\/Leitner<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>7.1 Bedeutung der BFZ Linz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die BFZ Linz ist eine von f\u00fcnf zentralen Steuerungsstellen der \u00d6BB. Sie \u00fcbernimmt die Koordination des Bahnverkehrs in gro\u00dfen Teilen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ober\u00f6sterreich<\/li>\n\n\n\n<li>N\u00f6rdliche Steiermark<\/li>\n\n\n\n<li>\u00d6stliches Nieder\u00f6sterreich<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Rund um die Uhr stehen dort zahlreiche Fahrdienstleiter-Arbeitspl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung (laut Planung etwa 31).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>7.2 Architektur und technische Ausstattung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Planung durch <strong>Koll Architekten<\/strong><\/li>\n\n\n\n<li>Rund 500 m\u00b2 Fl\u00e4che f\u00fcr den operativen Bereich<\/li>\n\n\n\n<li>Moderne, 10 Monitore je Arbeitsplatz<\/li>\n\n\n\n<li>Ausgelegt auf die Verarbeitung gro\u00dfer Datenmengen aus elektronischen Stellwerken<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>8. Einbindung von ELEKTRA in die BFZ Linz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Durch die zentralisierte Steuerung ergeben sich folgende Vorteile:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>1. Zentralisierte Verkehrsf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Fahrstra\u00dfen, Umleitungen und Zugbewegungen werden zentral koordiniert.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>2. H\u00f6here Automatisierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>ELEKTRA erm\u00f6glicht schnellere und zuverl\u00e4ssigere Abl\u00e4ufe, z. B. bei Weichen- oder Signalstellungen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>3. Verbesserte Disposition<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Echtzeitinformationen zu Signalstatus, Gleisbelegung und Weichenlagen erm\u00f6glichen moderne Fahrplanoptimierung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>4. Hohe Sicherheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Redundanzkonzepte und permanente \u00dcberwachung erh\u00f6hen die Betriebs\u00adsicherheit.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>5. Zukunftsf\u00e4higkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die BFZ + ELEKTRA-Kombination ist vorbereitet f\u00fcr ETCS, automatisierte Zuglenkung und steigende Verkehrsleistungen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>9. Vereinfachte Stellwerksformen f\u00fcr Nebenstrecken \u2013 ZSB<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr weniger komplexe Strecken nutzen die \u00d6BB Systeme wie <strong>ZSB 2000<\/strong> von Scheidt &amp; Bachmann:<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/munderfing-1024x768.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-2581\" style=\"width:367px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/munderfing-1024x768.png 1024w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/munderfing-300x225.png 300w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/munderfing-768x576.png 768w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/munderfing-1536x1152.png 1536w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2025\/12\/munderfing.png 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Strecke Friedburg bis Braunau am Inn wurde mit Stellwerken ZSB 2000 der Firma Scheidt &amp; Bachmann ausger\u00fcstet. Die Elektrifizierung der Strecke schreitet z\u00fcgig voran<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>deutlich kosteng\u00fcnstiger<\/li>\n\n\n\n<li>modular aufgebaut<\/li>\n\n\n\n<li>ideal f\u00fcr Zugleitbetrieb<\/li>\n\n\n\n<li>Fokus auf sichere Grundfunktionen (z. B. Weichen und Signale)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Mit dem ZSB 2000 der Firma Scheidt &amp; Bachmann wird auch die Strecke von Neumarkt-Kallham nach Braunau ausger\u00fcstet<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>10. ESTW als Grundlage des liberalisierten Bahnmarktes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Markt\u00f6ffnung wurden folgende Funktionen immer wichtiger:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Automatisierte Zuglenkung<\/li>\n\n\n\n<li>Pr\u00e4zise Zugverfolgung in Echtzeit<\/li>\n\n\n\n<li>Effektive Disposition in Zentralen<\/li>\n\n\n\n<li>Hohe Wirtschaftlichkeit und geringerer Wartungsaufwand<\/li>\n\n\n\n<li>M\u00f6glichkeit zur zentralen Steuerung gro\u00dfer Netzbereiche<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>ESTW wurden damit zum <strong>technologischen Fundament eines modernen und liberalisierten Bahnbetriebs<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>11. Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Einf\u00fchrung elektronischer Stellwerke ab 1989 markierte einen Wendepunkt in der \u00f6sterreichischen Bahntechnik:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die parallele Erprobung von ELEKTRA und SMC 86 schuf eine fundierte Entscheidungsbasis.<\/li>\n\n\n\n<li>ELEKTRA entwickelte sich zum Standardstellwerk der \u00d6BB.<\/li>\n\n\n\n<li>Thales \u00fcbernahm sp\u00e4ter die Weiterentwicklung der Technik.<\/li>\n\n\n\n<li>ZSB-Systeme erg\u00e4nzen das Netz auf Nebenstrecken.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Einbindung in Betriebsf\u00fchrungszentralen wie Linz erm\u00f6glicht zentrale, effiziente und sichere Verkehrssteuerung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Eisenbahninfrastruktur und erm\u00f6glichen moderne Betriebsf\u00fchrung, hohe Kapazit\u00e4t und sichere Zugbewegungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Herstellerangaben Firma Alcatel<\/li>\n\n\n\n<li>Parlamentarische&nbsp; Anfragebeantwortung: ELEKTRA als \u201eProdukt \u00f6sterreichischer Ingenieurarbeit\u201c.<\/li>\n\n\n\n<li>OTS-Pressemitteilung zur Inbetriebnahme der Pilotanlage Neumarkt-Kallham (1989).<\/li>\n\n\n\n<li>Stellwerksdatenbank \u2013 Prototyp SMC 86 in G\u00e4nserndorf.<\/li>\n\n\n\n<li>TU Dresden, \u00dcberblick ESTW-Technik (Maschek et al.).<\/li>\n\n\n\n<li>Brancheninformation Bahnindustrie \u00d6sterreich \u2013 Thales Signalling.<\/li>\n\n\n\n<li>OTS-Pressemitteilung: \u00d6BB Infrastruktur und Thales \u2013 Cloud-Stellwerk (2020).<\/li>\n\n\n\n<li>Wikipedia \/ technische Dokumentationen zum Siemens SMC-86&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Herstellerangaben Scheidt &amp; Bachmann \u2013 ZSB 2000.<\/li>\n\n\n\n<li>Allgemeine ESTW-Typologie gem\u00e4\u00df Wikipedia-\u00dcbersicht.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.koll-architekten.at\/uploads\/53_2013_07_01_booklet_bfz_auflage_2_72_dpi_optimiert.pdf\">https:\/\/www.koll-architekten.at\/uploads\/53_2013_07_01_booklet_bfz_auflage_2_72_dpi_optimiert.pdf<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Zum Artikel Stellwerkstechnik >>>  <a href=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/2025\/12\/18\/verkehr-011-bahnhof-ried-zugsicherungssysteme\">https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/2025\/12\/18\/verkehr-011-bahnhof-ried-zugsicherungssysteme<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend Bahnsteige und Gleise modernisiert werden, entstand und entsteht im Hintergrund eine Hochleistungsinfrastruktur, die v\u00f6llig neue Fahrzeiten erm\u00f6glicht. 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