{"id":1292,"date":"2022-04-18T21:43:41","date_gmt":"2022-04-18T19:43:41","guid":{"rendered":"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/?p=1292"},"modified":"2022-04-26T16:36:12","modified_gmt":"2022-04-26T14:36:12","slug":"wirtschaft014-mode","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/2022\/04\/18\/wirtschaft014-mode\/","title":{"rendered":"#wirtschaft014-mode"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_1304\" aria-describedby=\"caption-attachment-1304\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1304\" src=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/04\/slow-fashion-startseite.jpg\" alt=\"slow-fashion\" width=\"850\" height=\"490\" srcset=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/04\/slow-fashion-startseite.jpg 850w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/04\/slow-fashion-startseite-300x173.jpg 300w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/04\/slow-fashion-startseite-768x443.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1304\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Gr\u00fcnspecht<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Vor einem halben Jahr wurde das erste Gesch\u00e4ft f\u00fcr faire Mode &#8220;Xiling&#8221; in Ried er\u00f6ffnet und damit ein Kontrapunkt zum aktuell dominanten Modebusiness gesetzt, das \u201eWegwerfmode\u201c samt \u00f6kologisch und sozial unvertr\u00e4glichen Produktionsweisen forciert. Was steckt hinter dem Konzept?<\/h2>\n<p>\u201eSlow Fashion\u201c steht f\u00fcr die Entschleunigung der Modeindustrie, das hei\u00dft, der Konsum soll verlangsamt und Kleidung l\u00e4nger getragen werden. Ziel ist es, damit bessere Bedingungen f\u00fcr Mensch und Natur zu schaffen. Das bedeutet, dass jede Kleidermarke von der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Frau Janna Binder selbst ausgew\u00e4hlt, auf Herz, Nieren und Nachhaltigkeit gepr\u00fcft und offiziell zertifiziert wurde. Die Mode sei \u201efesch und fair\u201c, wie Frau Binder meint: \u201eFair gegen\u00fcber den Menschen, die sie produzieren, und gegen\u00fcber der Umwelt, die die Rohstoffe liefert, die wir so sch\u00e4tzen. Fair aber auch gegen\u00fcber den KundInnen, die beste Qualit\u00e4t verdienen und das sichere Gef\u00fchl beim Einkaufen, ein Zeichen zu setzen f\u00fcr eine faire Modewelt. <!--more--><\/p>\n<figure id=\"attachment_1310\" aria-describedby=\"caption-attachment-1310\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1310\" src=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/04\/slow-fashion-1.jpg\" alt=\"slow-fashion\" width=\"850\" height=\"483\" srcset=\"https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/04\/slow-fashion-1.jpg 850w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/04\/slow-fashion-1-300x170.jpg 300w, https:\/\/gruenspecht.at\/beitrag\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2022\/04\/slow-fashion-1-768x436.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1310\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Oberwagner &#8211; Xiling<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das ist in den meisten L\u00e4den leider anders. Aktuell bringen gro\u00dfe Modemarken alle 2 bis 4 Wochen eine neue Kollektion auf den Markt. Der Entstehungsprozess ist unglaublich schnell, einige Online-Anbieter f\u00fcr Kleidung ben\u00f6tigen mitunter nur 4 Tage von der Idee zum fertigen, f\u00fcr den Verkauf bereiten Produkt. Dieser Wechsel f\u00f6rdert viel zu h\u00e4ufige Impulsk\u00e4ufe vor allem jugendlicher KonsumentInnen, erzeugt viel M\u00fcll durch die hohe S\u00e4ttigung (18 % der gekauften Kleidungsst\u00fccke in Deutschland werden insgesamt nur 2 x getragen, bevor sie entsorgt oder weitergegeben werden) und die schlechte Qualit\u00e4t der Produkte und ist zudem verantwortlich f\u00fcr enorme Umweltsch\u00e4den und die kontinuierliche Ausbeutung der ArbeiterInnen in der Textilindustrie.<\/p>\n<h4>Billigstmode, die niemand braucht<\/h4>\n<p>\u201eKinderarbeit, Zwangsarbeit und die Verfolgung von GewerkschafterInnen stehen auch im Jahr 2021 noch immer an der Tagesordnung in der Textilindustrie\u201c, best\u00e4tigt das Netzwerk Soziale Verantwortung, das sich f\u00fcr ein Lieferkettengesetz einsetzt, das den Import von Textilien verbieten soll, deren Produktion im Zusammenhang mit Menschrechtsverletzungen steht. Denn j\u00e4hrlich werden rund 80 Milliarden Kleidungsst\u00fccke produziert, allein ca. 90 Prozent davon in L\u00e4ndern wie China und Bangladesch, wo ArbeiterInnen f\u00fcr eine 60-Stunden-Woche oft nicht einmal 10 Dollar verdienen, kein Anrecht auf Bezahlung bei Krankheit und Unfall haben und ihre Gesundheit beim Umgang mit toxischen Stoffen und nicht ad\u00e4quatem Arbeitsmaterial einem t\u00e4glichen Risiko aussetzen m\u00fcssen. Es ist die Regel \u2013 nicht die Ausnahme \u2013, dass gro\u00dfe Modeanbieter auf diese Weise produzieren lassen um dann das Leiberl im Gesch\u00e4ft um 5 Euro anzubieten.<\/p>\n<p>Und auch f\u00fcr enorme Umweltsch\u00e4den zeichnet die Textilindustrie verantwortlich: 2015 hat die Textilindustrie laut Greenpeace weltweit mehr Treibhausgase ausgesto\u00dfen als der gesamte Flug- und Schiffverkehr zusammen verantwortlich (insgesamt 8 \u2013 10 % der weltweiten Emissionen). Auch der Ressourcenverbrauch ist enorm: Eine Jacke aus traditionell gewonnener Baumwolle ben\u00f6tigt beispielsweise \u00fcber 10.000 Liter Wasser in der Herstellung (das sind umgerechnet ca. 20 Jahre Trinkwasser f\u00fcr eine Person), dazu kommen die Herbizide und Pestizide, die in der Baumwollzucht verwendet werden und Fl\u00fcsse, Erde, Luft und ArbeiterInnen vergiften. All das f\u00fcr Kleidung, die niemand wirklich braucht. J\u00e4hrlich landen 100 Millionen Tonnen Textilien auf M\u00fcllbergen, an K\u00fcsten, in W\u00fcsten \u2013 vornehmlich in L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens, die auch in diesem Bereich die B\u00fcrden der Wegwerfgesellschaft auf vielf\u00e4ltige Weise tragen m\u00fcssen.<\/p>\n<h4>Nachhaltige Mode, die jeder will<\/h4>\n<p>\u201eSlow fashion\u201c macht da nicht mit. Immer mehr neue Modemarken w\u00e4hlen einen anderen Weg und bevorzugen nachwachsende Materialien, Stoffe in Bio-Qualit\u00e4t, die ohne toxische Zus\u00e4tze und mit vieler weniger Energieaufwand hergestellt werden. Sie produzieren und verarbeiten vor Ort oder anderswo in Europa und vermeiden so lange Transportwege und sklaven\u00e4hnliche Arbeitsbedingungen \u2013 sie legen im Gegenteil besonderen Wert auf hohe Standards. Garantiert werden all diese selbst gew\u00e4hlten Anspr\u00fcche durch Zertifizierungen, die unabh\u00e4ngig deren Einhaltung bewerten, wie GOTS, FairWear, BEST, etc. Ein weiteres, vielversprechendes Produktionsmodell ist Upcycling. Dabei werden Textilien oder auch andere Stoffe (bspw. PET-Flaschen, die aus dem Meer gefischt wurden) zu neuen Kleidungsst\u00fccken verarbeitet.<\/p>\n<p>QUELLEN:<br \/>\nNetzwerk Soziale Verantwortung <a href=\"https:\/\/www.nesove.at\/\">www.nesove.at<\/a><br \/>\nGreenpeace <a href=\"https:\/\/news.greenpeace.at\/\">www.greenpeace.at<\/a><br \/>\nClean Clothes Kampagne <a href=\"https:\/\/www.cleanclothes.at\/de\/\">www.cleanclothes.at<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p>\u201eWenn du up to date bleiben m\u00f6chtest, abonniere unseren <a href=\"https:\/\/gruenspecht.at\/newsletter-anmeldung\/\">Newsletter<\/a>\u201e<\/p>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einem halben Jahr wurde das erste Gesch\u00e4ft f\u00fcr faire Mode &#8220;Xiling&#8221; in Ried er\u00f6ffnet und damit ein Kontrapunkt zum aktuell dominanten Modebusiness gesetzt, das \u201eWegwerfmode\u201c samt \u00f6kologisch und sozial unvertr\u00e4glichen Produktionsweisen forciert. 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